Vorausschauende Instandhaltung und Qualitätssicherung

Workshop zu Prozessbeispielen bei der BSH Hausgeräte GmbH am 11./12. Oktober 2016

Mit einem zweitägigen Workshop bei SALT Solutions in München startete im Rahmen von OpenServ4P nun das Teilprojekt 3 mit dem Fokus auf die vorausschauende Instandhaltung und eine ebensolche Qualitätssicherung. Das Team des Industriepartners BSH Hausgeräte stellt dafür die ausgewählten Fertigungsprozesse vor, anhand derer die entsprechenden Services später auf Praxistauglichkeit überprüft werden sollen.

Als Vertreter des Produktionsstandortes Giengen erläuterte Herr Sven Holt aus dem Industrial Engineering Kunststoff im Produktbereich Kälte die Situation beim Spritzguss von großen Kunststoffteilen. Neben den Qualitätsmerkmalen der Produkte und möglichen Fehlerbildern, lag der Schwerpunkt der Diskussion insbesondere auf den Maschinen- und Prozessparametern die wesentlichen Einfluss darauf haben. Weiterhin konnten die Projektmitglieder einen Überblick über die im Werk Giengen eingesetzten Spritzgussanlagen gewinnen, wobei Maschinen unterschiedlicher Herstellern mit verschiedenen Steuerungsausstattungen zum Einsatz kommen. Bei diesen Prozessen wird als wesentliches Ziel eine vorausschauende Qualitätssicherung verfolgt, bei der möglicherweise fehlerhafte Spritzgussteile auf Basis der erfassten Anlagen- und Prozessparameter automatisch ausgeschleußt werden und so eine personelle Inspektion vermieden oder zumindest reduziert werden kann. Im Hinblick auf dieses Projektziel wurde auch die Einbindung von nachgerüsteter zusätzlicher Sensorik an diesen Maschinen und deren Integration in die OpenServ4p-Plattform diskutiert.

anlage_presseDer zweite bei BSH Hausgeräte auswählte Anwendungsfall umfasst eine Breitbandpresse mit Folgeverbundwerkzeugen und deren vor- und nachgelagerte Stationen. Herr Hector Lanuza, Projektleiter im Industrial Engineering am Standort Dillingen stellte gemeinsam mit seinen Kollegen die einzelnen Prozessschritte vor. Die verwendeten Rüstparameter und Messwert-Sensoren sowie die derzeit aufgezeichneten Ereignismeldungen gaben einen detaillierten Einblick in die bestehenden Instandhaltungsabläufe. Als Projektziel für diesen Fertigungsprozess wurde die vorausschauende Erkennung der unterschiedlichen Instandhaltungsfälle und die unmittelbare Information der Mitarbeitern über verschiedene Medien wie beispielsweise Andon-Boards und Mobilgeräte definiert. Auch für diese Produktionsanlage wurde zusätzliche Sensorik, etwa in Form Energieverbrauchszählern in den Antrieben, betrachtet.

Weitere Tagesordnungspunkte des Workshops umfassten den aktuellen Stand der Arbeiten an den bereits begonnen Teilprojekten team_tp3„Anforderungsanalyse“ und „SW-/HW-Architektur“. Dazu konnte u.a. das Konzept für ein projektumfassendes Glossar verabschiedet werden. Vorgestellt wurden auch die bisherigen Evaluierungsergebnisse zu bestehenden Daten-Plattformen im Produktionsbereich wie FLICK, FIWARE und Industrial Data Store IDS, ergänzt durch einen Überblick der aktuell verfügbaren Cloud-Plattformen kommerzieller Anbieter. Der Abschluss der entsprechenden Arbeitspakete ist für den nächsten Projektworkshop im Dezember 2016  vorgesehen.