OpenServ4P beim Wissenschafts- und Industrieforum

11. und 12. Mai 2017 in Paderborn

Beim diesjährigen Wissenschafts- und Industrieforum „Intelligente Technische Systeme“ – veranstaltet vom Heinz Nixdorf Institut, dem Fraunhofer IEM sowie dem Spitzencluster it’s OWL -trafen sich rund 300 Teilnehmer zum Austausch zwischen Industrie und Forschung. 50 Vorträge und Diskussionsforen gaben einen Einblick in die zahlreichen Projekte und Initiativen rund um Industrie 4.0.

Aus dem Forschungsprogramm „Smart Service Welt“ wurden dieses Jahr drei Projekte für eine Präsentation auf dem Forum ausgewählt – darunter auch OpenServ4P. Bei dieser Gelegenheit konnte Herr Bernhard Klimm (SALT Solutions) die aktuellen Ergebnisse bei der Entwicklung von offenen, intelligenten Services für die Produktion vorstellen. Als anschauliches Beispiel diente dabei der im ersten Projektjahr aufgebaute Prototyp für eine vorausschauende Instandhaltung. Dieser ermöglicht unter anderem einfach interpretierbaren Aussagen zur Lebensdauerprognose von Maschinenkomponenten.

Selbstverständlich gab es für die Forumsteilnehmer einen Ausblick auf die weiteren Vorhaben im Rahmen von OpenServ4P. So wird aktuell die Erweiterung des Prototyps für eine Übertragung auf industrielle Anwendungsfälle im Bereich Instandhaltung und Qualitätssicherung beim Projektpartner BSH angegangen. In weiteren Schritten erfolgt dann der Aufbau weiterer Dienste für ein adaptives Risikomanagement und eine Echtzeit-Produktionsplanung und –steuerung in Zusammenarbeit mit dem Projektpartnern Scheer und software4production.

Der Vortrag kann bei Interesse hier angefordert werden. Das Projetteam OpenServ4P freut sich schon darauf, beim Forum nächstes Jahr den weiteren Projektfortschritt präsentieren zu können.

Workshop Smart Service Welt

11. Mai 2017 in Berlin

OpenServ4P nahm am 11. Mai 2017 an den Workshop-Tag „Smart Service Welt“. Das Institut für Innovation und Technik lud dazu im Rahmen des Förderprogramms „Smart Service Welt“ nach Berlin in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ein. An den Workshop-Tag nahmen Vertreter aus der Wirtschaft und Wissenschaft sowie aus den 16 Förderprojekten teil.

Impulsvorträge zu Datenschutz und Digitalen Geschäftsmodellen

Der Workshop-Tag beinhaltete vier Impulsvorträge zu den Themen „Die Regulierung der Datenökonomie: Zwischen Datenschutz, Verbraucherschutz und Schutz vor Diskriminierung“, „Smart Service Welt – nur mit Standards realisierbar!“, „Grundlagen und Bedeutung der Datenschutzgrundversorgung“ und „Digitale Geschäftsmodelle – Von Segelschiffen, Schmetterlingen und hypen Buzzwords“.

Der Impulsvortrag „Normung und Standardisierung – Information, Vernetzung, Strategie“ stellte 10 Thesen zu dem zukünftigen Datenschutz Grundverordnung DS-GVO mit Ausführungen zum Ziel des Datenschutzrechts (persönliche Freiheit des Einzelnen), Merkmalen personenbezogener Daten sowie zum Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Datennutzung.

Der Impulsvortrag „Digitale Geschäftsmodelle/Plattformökonomie“ untersuchte die disruptiven Kräfte digitaler Geschäftsmodelle gegenüber bisheriger, konventioneller Geschäftsmodelle. Des Weiteren wurde auf den Unterschied zwischen privaten und geschäftlichen Transformationen sowie die Unterschiede zwischen Startups und etablierten Unternehmen eingegangen. Darüber hinaus wurden die Eigenschaften einer Plattformökonomie detailliert beschrieben. Eine Plattformökonomie zeichnet sich ein durch Netzwerkeffekte („schaffen eines Nutzens für alle“), Erschaffung und Zerstörung von Märkten sowie tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft aus.

Anschließend fanden drei parallele Arbeitsgruppen zu den übergreifenden Themenfeldern „Sichere Plattformarchitekturen und Rechtliche Herausforderungen“, „Normung und Standardisierung – Information, Vernetzung, Strategie“, „Digitale Geschäftsmodelle/Plattformökonomie“ statt.

Workshops

Der Workshop „Sichere Plattformarchitekturen und Rechtliche

Herausforderungen“ stellte die Ergebnissen des Kick-off-Workshops vor und es wurden von Experten bewerte Fallbeispiele aus den Projekten in Bezug auf Datenschutzkonformität diskutiert.

Der Workshop „Normung und Standardisierung – Information, Vernetzung, Strategie“ stellte die Normungs- und Standardisierungsaktivitäten und -strategien auf europäischer und internationaler Ebene vor und als ein Praxisbeispiel für Chancen und Herausforderungen für Normung und Standardisierung wurde die DIN SPEC 91349 vorgestellt.

Der Workshop „Digitale Geschäftsmodelle/Plattformökonomie“ beinhaltete eine Einführung in die theoretischen Grundlagen zur Entwicklung und Visualisierung von Geschäftsmodellen. Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst. Es dient dazu, die Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines Unternehmens zu erklären. Der Vorteil einer Visualisierung des Geschäftsmodells in einem Workshop liegt darin, Wissen, welches bei einzelnen Personen besitzen, zu externalisieren und für andere Mitarbeitende nachvollziehbar aufzeigen und verfügbar machen und Transparenz schaffen.

Im Workshop wurden dazu verschiedene Methoden bspw. das Business Model Canvas, Mission Model Canvas, das Platform Canvas sowie das Platform Innovation Toolkit  zur Entwicklung und Visualisierung von Geschäftsmodellen vorgestellt. Anschließend wurden in Arbeitsgruppen für die Förderprojekte Geschäftsmodelle entwickelt. In allen Arbeitsgruppen ein konsequenter Weiterentwicklungsbedarf der Geschäftsmodelle in den Forschungsprojekten identifiziert.

Hannover Messe Industrie 2017: Prototyp zur Vorausschauenden Instandhaltung

Anlässlich der Industriemesse HMI 2017 stellte das OpenServ4P Projekt-Team in Halle 17 mit ersten Prototyp vor, wie Intelligente Services für die Vorausschauende Instandhaltung in der Praxis funktionieren können.

Als Versuchsobjekt diente dabei ein Ausschnitt aus einem automatisierten Prüfstand, aufgebaut mit industrieüblichen Standardkomponenten der Automatisierungstechnik. Die Rolle eines Datensammlers übernahm ein Kleinstrechner „Raspberry PI“. Dieser liefert alle fünf Sekunden rund 65.000 Einzelwerte aus den Sensoriken des Prüfstandes direkt auf die (vorläufige) Cloud Plattform von OpenServ4P. Dort erfolge dann die gesamte weitere Verarbeitung, von der Berechnung technischer Kennzahlen in Echtzeit über die Analyse von Historiendaten bis zur Ermittlung des „Gesundheitszustandes“ einzelner Maschinenkomponenten mit einer Prognose des Zeitpunktes für eine Wartung bzw. eines Ausfalls der Komponente. Diese Zustandsinformation werden im „Digitalen Zwilling“ – einem 3D-Modell der Maschine – über Farbumschläge angezeigt. Maschinenbediener und Instandhalter bekommen so die wichtigsten Informationen auf einen Blick.

 

Weitere Veröffentlichungen: „Intelligente Services in der Produktion“

Wie intelligente Services in der Produktion genutzt werden und welche Vorteile damit erzielt werden, wird im Projekt OpenServ4P unter verschiedenen Aspekten untersucht. Über diese Arbeiten berichten die Projektpartner regelmäßig in verschiedenen Medien. Hier eine Übersicht zu den Artikeln, die einen Klick lohnen.

Zusammenfassende Informationen zum Projekt OpenServ4P und dem Thema „Offene, intelligente Services für die Produktion“ sind im iwb Newsletter 4-2016 und in der ZWF Ausgabe 12-2016 erschienen.

Nähere technische Informationen zum Projekt OpenServ4P wurden u.a. in der Zeitschrift productivITy, Ausgabe 1-2017 unter dem Titel „Offene intelligenten Dienste für die Instandhaltung und Qualitätssicherung“ sowie im Digital Business Magazin, Ausgabe 5-2017 mit dem Beitrag „Industrie 4.0: Den Maschinenpark clever vernetzen“ veröffentlicht.

Wie aktuelle Technologien und dezentrale Konzepte helfen können, Maschinendaten für intelligente Dienste zu erfassen und darzustellen, wird im Beitrag „Development of a Web Based Monitoring System for a Distributed and Modern Production“ erläutert, der in Konferenz Changeable, Agile, Reconfigurable & Virtual Production 2016 erschienen ist.

Ein Beispiel für den Einsatz intelligenter Services im Rahmen der Qualitätssicherung zeigt der Artikel „Classification of production events using Data Mining techniques“ auf. Der Beitrag wurde im Rahmen der 10ten CIRP Konferenz zu Intelligent Computation in Manufacturing Engineering veröffentlicht und stellt eine, aus fünf Phasen bestehende, Methode zur automatischen Fehlerklassifikation auf Basis maschineller Lernverfahren vor.

Mit der Anwendung intelligenter Services bei der Produktionsplanung und –steuerung beschäftigen sich zwei weitere Beiträge. Wie dabei das Risikomanagementsystem eines Unternehmens mit einbezogen werden kann, ist im Artikel „Predictive production planning considering the operative risk in a manufacturing system“ beschrieben – erschienen anlässlich der 50ten CIRP Konferenz zum Thema Manufacturing Systems. Im Rahmen der 29ten eConference Digital Economy in Bled, Slowenien wurde der Beitrag „Service-based Production Planning and Control of Cyber-Physical Production Systems” veröffentlicht.

Falls die Artikel nicht im Download verfügbar sein sollten – oder sich weitere Fragen zu den Beiträgen ergeben sollten – senden Sie einfach eine Nachricht an das Projekt-Team OpenServ4P.