Workshops Rechtliche Herausforderungen und Sichere Plattformarchitekturen

15. und 16. Februar 2017 in Berlin

OpenServ4P nahm am 15. und 16. Februar an den Workshops „Sichere Plattformarchitekturen“ und „Rechtliche Herausforderungen“ teil. Das Institut für Innovation und Technik lud dazu im Rahmen des Förderprogramms „Smart Service Welt“ nach Berlin ein. An den beiden Workshoptagen nahmen Vertreter aus 16 Förderprojekten teil.

Sichere Plattformarchitekturen

Nach verschiedenen Impulsvorträgen zu den Themen „Smart Data – Smart Privacy“, „Testautomatisierung für das Internet der Dinge“ und „Blockchain“ stellten die verschiedenen Projekte ihre Herausforderungen in Bezug auf eine sichere Plattformarchitektur vor. Dabei haben sich trotz der unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte der Projekte gemeinsame Schwerpunkte herauskristallisiert, welche anschließend drei Arbeitsgruppen vertieft wurden.

Die erste Gruppe widmete sich der Datennutzung in Verbindung mit dem Datenschutz. Eine Herausforderung ist die Anonymisierung von Daten, um bestehende Persönlichkeitsrechte beachten zu können. Dies widerspricht teilweise verschiedenen Zielstellungen der Smart Service Welt Projekte, die auf eine genaue Zuordenbarkeit der Daten angewiesen sind. Daneben spielt auch die Rückverfolgbarkeit anonymisierter Daten und einhergehend die Verantwortlichkeit bzw. Rechte an Daten eine entscheidende Herausforderung für Smart Services.

Auch das Identitätsmanagement spielt eine zentrale Rolle bei der Plattformarchitektur für die verschiedenen Förderprojekte. Dabei sind die wesentlichen Anforderungen eine Benutzungs- und Zugriffskontrolle sowie ein Rechtemanagement mit unterschiedlichen Sicherheitsstufen. So muss bspw. auch die Echtheit von Diensten, Sensoren oder Datenquellen, die sich auf einer Plattform anmelden, sichergestellt sein.

Die Integration komplexer Services in eine Plattform ist ein weiterer zentraler Punkt für die Plattformarchitektur, da hierfür heutzutage vor allem proprietäre Schnittstellen und Protokolle verwendet werden. Auch die mit der Integration neuer Services verbundenen Testszenarien sind aktuell nicht spezifiziert bzw. standardisiert, was zu einem hohen Aufwand bei den Service-Anbietern führt, wollen sie sich für eine neue Plattform registrieren bzw. qualifizieren.

Nach einer kurzen Vorstellung der Ergebnisse wurden die nächsten Schritte festgelegt. Um allgemeingültige Lösungsvorschläge erarbeiten zu können, werden ausgehend von spezifischen Use Cases zusammen mit Themenexperten der Begleitforschung verschiedene Fragestellungen bearbeitet. Diese werden dann in einem weiteren Workshop vorgestellt und evaluiert.

Rechtliche Herausforderungen

Im Bereich der rechtlichen Herausforderungen kann bereits auf Ergebnisse aus der Begleitforschung von AUTONOMIK und Smart Data zurückgegriffen werden. Mittels eines Fachvortrags informierte Frau Prof. Dr. Schweitzer über aktuelle rechtspolitische Initiativen im Themenfeld Daten- und Plattformökonomie. Dabei sind für die Smart Service Projekte verschiedene Themen und Fragestellungen interessant, die bisher noch nicht abschließend geregelt sind, wie etwa die Frage nach den Rechten an Daten, vor allem an Erkenntnissen, die aus der Kombination verschiedener Daten(quellen) gewonnen werden konnten.

Der Vortrag von Herrn Barthels fokussierte aktuelle Entwicklungen im Datenschutzrecht, v.a. um die auf europäischer Ebene entworfene Datenschutz-Grundverordnung, die viele nationale Vorschriften betrifft bzw. obsolet macht. Gerade für die Smart Service Projekte ist diese Verordnung interessant, da sie ab Mai 2018 in Kraft tritt und somit die Projekte noch direkt betrifft.