Kick-off Kommunikationsarchitektur

28./29.06.16 bei SICK in Waldkirch

Kurz nach dem ersten Abstimmungstreffen zur Anforderungsanalyse trafen sich die am Teilprojekt „Hardware- und Softwarearchitektur“ beteiligten Projektpartner in Waldkirch bei Freiburg um in einem zweitägigen Workshop die Kommunikationsmittel näher zu definieren.

Damit kehrt sich das übliche Kommunikations-Prinzip um: nicht ein Interessent (Dienst ist Client) initiiert die Verbindung zu dem Datenlieferanten (Beispiel Sensor) in eine „fremde“ Firma, sondern ein Datenlieferant sendet gezielt Informationen nach außen, Die Firewall einer Fabrik sperrt also Anfragen von außen. Alle Abfragen auf die Daten, etwa von einem Headquarter oder externen Firmen, erfolgen über eine neutrale Stelle, wobei dies sowohl von Menschen als auch Dienste (Services) erfolgen kann.

Grundsätzlich müssen alle Daten als kritisch im Sinne der Datenintegrität und Vertraulichkeit betrachtet werden. Daher muss es sich bei den Cloud-Diensten um vertrauenswürdige und ausreichend kryptographisch abgesicherte „Industrial Clouds“ handeln. Weiterhin wurde definiert, dass Dienste plattformunabhängig und sicher (Authentizität, Vertraulichkeit, Nicht-Abstreitbarkeit, Verfügbarkeit) auf verschiedene Umgebungen übertragbar ausgeführt werden sollen. Auch der Begriff einer „App“ wurde dahingehend definiert, dass diese sich von einem Dienst durch ein zusätzliches User Interface (GUI) unterscheidet.

Neben den abgesicherten Kommunikationsbeziehungen in einem solchen Szenario soll in dem Arbeitspaket auch die Frage nach den anzuwendenden Kommunikations-Protokollen erörtert werden. Unter Berücksichtigung der zahlreichen, in der Fabrikautomatisierung existierenden Protokolle und Formate kann nicht von einem einheitlichen, universellen Kommunikationsprotokoll ausgegangen werden. Dazu wurde ein Kriterienkatalog mit den wesentlichen Eigenschaften industrieüblicher Protokolle erstellt, der als Rahmen für die weiteren Arbeitsergebnisse des Teilprojektes bildet.

Startschuss für Teilprojekt 1: Anforderungsanalyse von Cyber-Physischen Produktionssystemen

Erstes Treffen beim Fraunhofer IGCV

Christoph Berger vom Fraunhofer IGCV und Herr Bernhard Klimm von SALT Solutions als Verbundkoordinator des Forschungsprojektes OpenServ4P begrüßten zusammen mit Jan Klöber-Koch und Josef Huber die Projektpartner zum Kick-off des Teilprojekts 1 am Fraunhofer IGCV in Augsburg.

Der Workshop startet mit mehreren Impulsvorträgen von SALT Solutions, Fraunhofer IGCV, SICK Stegmann und der BSH. Darin wurden die ersten Vorarbeiten und Anforderungen zu den Themenfeldern Plattformen, Smart Services und Cyber-Physische Produktionssysteme vorgestellt. Die lebhafte Diskussion zwischen den Impulsvorträgen zeigte das große Interesse an diesen Themen. Die Diskussion um Begrifflichkeiten wurde in einem Glossar festgehalten, was im Laufe der Projektlaufzeit stetig erweitert und aktualisiert wird.

Abschließend wurden die zukünftigen Anforderungen für die Integration von Plattformen und Smart Services in die Produktionslandschaft im Rahmen eines World Cafés intensiv diskutiert. Die Ergebnisse basieren auf sechs Diskussionsrunden zu folgenden Fragen:

• Welche Funktionalitäten muss adaptierbare Plattform für Smart Services bereitstellen?
• Welche Schnittstellen kennen Bzw. nutzen Sie um Sensoren an eine Plattform anbinden zu können
• Welche Einflussfaktoren für eine adaptierbare Plattform für Smart Services gibt es?
• Wie sehen Migrationsstrategien für bestehende Anlagen aus?
• Wie sehen die Anforderungen an eine adaptierbare Plattform für Smart Services aus?
• Welche produktionsseitigen Einflussfakturen und Anforderungen an Smart Services gibt es?

Die Ergebnisse des World Cafés wurden in den folgenden Wochen strukturiert und zusammengefasst. Diese bilden die Grundlagen für die Anforderungsanalyse im Teilprojekt 1 und werden im Rahmen verschiedener Vorträge und Veröffentlichungen für die interessierte Öffentlichkeit bereitgestellt.